„Du bist der Durchschnitt der fünf Menschen, mit denen du die meiste Zeit verbringst.“
Diesen Satz hast du mit Sicherheit schon dutzende Male gelesen, gehört oder auf LinkedIn zugenickt bekommen. Er klingt einleuchtend, griffig und lässt sich wunderbar auf Motivationstafeln drucken. Doch wenn wir ehrlich sind und die Dinge aus einer strategischen, unternehmerischen Perspektive betrachten, greift diese alte Weisheit viel zu kurz.
Wenn ich mir ansehen würde, mit welchen fünf Menschen ich im Alltag die meiste Zeit verbringe, dann sind das meine beiden Söhne, mein Partner und meine engste Familie. Diese Menschen geben mir Rückhalt, Erdung, Liebe und den nötigen Ausgleich. Aber sie sind nicht diejenigen, die mit mir über Unternehmensarchitektur, Skalierungsfragen, Führungskulturen oder HR-Strategien debattieren.
Deshalb greift die Reduzierung auf die „fünf Menschen“ zu kurz. Die viel entscheidendere Frage für Führungskräfte, Unternehmerinnen und Unternehmer lautet: In welchen Räumen und in welchen Netzwerken bewegen wir uns eigentlich tagtäglich?
Welche Impulse lassen wir an uns heran? Wer hinterfragt unsere Denkweisen? Und wie oft setzen wir uns bewusst Situationen aus, in denen wir eben nicht die erfahrenste oder klügste Person im Raum sind?
Was ein Schüler auf einer Konferenz über wahre Führungsstärke lehrt
Erst vor Kurzem war ich wieder auf der Bits & Pretzels in München. Eine großartige Konferenz, exzellent organisiert, voll von Energie, Gründungsgeist und hochkarätigen Köpfen. Man trifft alte Bekannte, knüpft neue Kontakte und tauscht sich über Trends aus. Doch ein einziges Erlebnis ist mir nachhaltig im Gedächtnis geblieben.
Wir saßen an einem Tisch in einer bunt gemischten Runde: gestandene Gründer, Investoren, Führungskräfte, Unternehmer mit Jahren an Markterfahrung. Und mitten in dieser Runde saß Pavel.
Pavel ist Schüler.
Was mich sofort fasziniert hat: Er hat nicht versucht, sich krampfhaft aufzuspielen. Er hat nicht versucht, mit angelernten Buzzwords Eindruck zu schinden oder die Aufmerksamkeit an sich zu reißen. Pavel hat erst einmal schlichtweg zugehört. Er hat beobachtet, aufgesaugt und verarbeitet, welche Themen, Sorgen und Fragen uns in unserem alltäglichen Führungs- und Unternehmerleben beschäftigen.
Als das Gespräch weiter fortschritt und wir ihn fragten, wie er sich seine eigene Zukunft vorstellt, fällte er keine vorgefertigten Urteile, sondern fing an, Fragen zu stellen.
Aber nicht irgendwelche Fragen. Es waren extrem reflektierte, präzise und tiefgründige Fragen. Er wollte nicht nur wissen, was wir beruflich erreicht hatten. Er wollte wissen, wie wir mit Hürden umgehen, wie wir den Spagat zwischen hoher Verantwortung und persönlichem Alltag meistern und welche inneren Antriebe uns dazu gebracht haben, bestimmte Richtungen einzuschlagen.
Ich habe Pavel angeschaut und war tief beeindruckt. Als ich in seinem Alter war, hätte ich mich niemals an einen solchen Tisch gesetzt – geschweige denn, die Traute gehabt, Führungskräften und Investoren solche Fragen zu stellen.
Doch Pavel hat instinktiv verstanden, was im Berufsleben oft verloren geht: Wenn du dich bewusst in Räume begibst, die dich herausfordern und die größer sind als deine aktuelle Komfortzone, wächst du automatisch über dich hinaus.
Innovativer Drive trifft auf echte Relevanz
Wenig später gab es auf derselben Veranstaltung einen zweiten Moment, der mich zum Nachdenken gebracht hat. Ich habe mich mit den Gründern von Taskblue unterhalten – zwei Studenten, die ein extrem spannendes Produkt entwickelt haben.
Ihre App hilft Kindern und Jugendlichen dabei, bewusste Fokuszeiten ohne Smartphone einzulegen. Aber anstatt die verstaubte Verbotskeule auszupacken, haben sie das Thema intelligent gelöst: Wenn die Jugendlichen YouTube, TikTok oder Instagram beiseitelegen, wird durch ihr Verhalten gleichzeitig Plastik aus dem Meer gefischt.
Als Mutter von zwei Söhnen im Alter von 11 und 13 Jahren haben die beiden bei mir sofort einen Nerv getroffen. Wer Kinder in diesem Alter zu Hause hat, kennt die täglichen, kräftezehrenden Diskussionen rund um Bildschirmzeiten. Die Gründer haben einen realen Schmerz von Familien aufgegriffen, ihn mit einem positiven Anreiz verknüpft und eine extrem sympathische Lösung geschaffen.
Doch was mich neben der Idee fast noch mehr fasziniert hat, war die professionelle Klarheit der beiden: Sie hatten ihr Pitchdeck gestochen scharf aufbereitet, Termine strukturiert wahrgenommen und Gespräche mit Entscheidungsträgern vollkommen auf Augenhöhe geführt. Kein Zögern, kein Bittsteller-Getue, sondern strategisches Denken und echter unternehmerischer Drive.
Die Silo-Falle: Warum das gewohnte Umfeld deinen Erfolg begrenzt
Diese beiden Begegnungen haben bei mir etwas angestoßen, weil sie genau das aufzeigen, was im corporate Alltag und in mittelständischen Strukturen so oft schiefläuft.
Vor meiner Selbstständigkeit – in all den Jahren als Führungskraft und HR-Interim-Managerin – habe ich immer wieder dasselbe Muster beobachtet (und mich früher selbst darin erwischt):
- Man besucht Jahr für Jahr dieselben Branchenmessen.
- Man bewegt sich im immer gleichen internen Firmennetzwerk.
- Man diskutiert Probleme mit den immer gleichen Kollegen, die dieselbe Brille aufhaben.
- Ein echter, kritischer Austausch über den eigenen Tellerrand hinaus findet schlichtweg nicht statt.
Das Ergebnis dieser Dynamik ist die Silo-Falle.
Es ist ungemein gemütlich in der eigenen Blase. Man kennt die Spielregeln, man genießt den Expertenstatus und stößt selten auf echten Widerstand. Aber der Preis, den man dafür zahlt, ist hoch: Der eigene Horizont wird von Jahr zu Jahr kleiner. Man entwickelt eine betriebsblinde Routine. Man löst die Probleme von heute mit den Denkweisen von gestern, weil man schlicht keine neuen Impulse mehr an sich heranlässt.
Führung und Unternehmensentwicklung brauchen aber Reibung. Sie brauchen neue Räume, neue Perspektiven und Denkmuster, die den Mut haben, das Bestehende infrage zu stellen.
Warum Netzwerken ohne Strategie reine Zeitverschwendung ist
Nun könnte man meinen: „Gut, dann gehe ich ab jetzt einfach auf mehr Veranstaltungen!“
Doch genau hier liegt das nächste Missverständnis. Wir alle kennen das Phänomen nach großen Messen oder Kongressen: Man kommt mit einem Stapel Visitenkarten oder zehn neuen LinkedIn-Verknüpfungen nach Hause. Man schreibt eine kurze Standard-Nachricht, nickt die Kontakte ab – und zwei Wochen später ist alles im Sande verlaufen. Der Alltag holt einen ein, und der vermeintliche Mehrwert verpufft spurlos.
Wahres Wachstum entsteht nicht durch die Quantität deiner Kontakte. Es entsteht durch die Qualität der Räume, die du betrittst, und die Konsequenz, mit der du die gewonnenen Erkenntnisse in dein Handeln integrierst.
Seitdem ich als Beraterin, Sparringspartnerin und HR-Interim-Managerin arbeite, katapultiere ich mich und meine Mandanten bewusst in genau solche neuen Räume. Es geht darum, strategisch zu wählen:
- Welche Netzwerke bringen mich und mein Unternehmen wirklich weiter?
- Wo bekomme ich ehrliches, ungeschminktes Feedback auf Augenhöhe?
- Wer fordert mich als Führungspersönlichkeit heraus, anstatt mir nur zuzunicken?
Wie wir zusammenarbeiten: Räume für echtes Wachstum schaffen
Unternehmen scheitern selten an mangelnder Fachkompetenz oder fehlenden Prozessen. Sie geraten dann ins Stocken, wenn Führungskräfte im eigenen Saft schmoren, wenn HR-Strategien am echten Menschen vorbeientwickelt werden und wenn der Blick von außen fehlt.
Genau an dieser Schnittstelle setze ich an.
In meiner Arbeit als Interim Managerin und strategische Beraterin bin ich nicht diejenige, die dir nach dem Mund redet oder schablonenhafte Lehrbuch-Konzepte über deine Organisation stülpt. Ich bringe die Perspektive mit, die im internen Alltagsgeschäft oft verloren geht.
Was du von der Zusammenarbeit mit mir erwarten kannst:
- Unverstellter Blick auf deine Führungskultur: Ich spiegle dir und deinem Führungsteam ungefiltert zurück, wo Sand im Getriebe steckt – menschlich, organisatorisch und strategisch.
- HR-Strategie mit Bodenhaftung: Keine theoretischen Papiere für die Schublade, sondern praxisnahe Lösungen, die deine Mitarbeiter abholen und deine Unternehmensziele messbar unterstützen.
- Ein Sparring auf echter Augenhöhe: Ein Raum, in dem du als Entscheider deine Unsicherheiten, deine Visionen und deine schwierigsten Herausforderungen offen auf den Tisch legen kannst – ohne Show, ohne Gesichtsverlust, aber mit klarem Fokus auf Ergebnisse.
Ich kenne die Perspektive der angestellten Führungskraft mit all ihrem Druck ebenso wie die Perspektive der eigenverantwortlichen Unternehmerin. Diese Kombination erlaubt es mir, Brücken zu schlagen, wo bisher Unverständnis herrschte, und Festgefahrenes wieder in Bewegung zu bringen.
Es ist Zeit für den nächsten Raumwechsel
Wenn du das Gefühl hast, dass du, dein Führungsteam oder deine HR-Organisation gerade auf der Stelle tretet, dann liegt das selten an mangelndem Fleiß oder fehlender Disziplin.
Oft liegt es schlicht daran, dass der Raum, in dem ihr euch bewegt, zu klein geworden ist.
Führung bedeutet nicht, alle Antworten bereits zu haben. Führung bedeutet, den Mut zu besitzen, die richtigen Fragen zu stellen – genau wie der Schüler Pavel an unserem Tisch – und sich mit Menschen zu umgeben, die einen strategisch und persönlich weiterbringen.
Wann hast du das letzte Mal bewusst einen Raum betreten, der dich gefordert und deine Denkweise neu ausgerichtet hat?
Lass uns ins Gespräch kommen. Nicht für ein beliebiges Verkaufstelefonat, sondern für einen ersten, ehrlichen Austausch darüber, wo du und dein Unternehmen aktuell stehen – und welcher Raumwechsel jetzt nötig ist, um dein Business auf das nächste Level zu heben.

